Dachbegrünung


Für ein Gründach sprechen viele Argumente Dächer, auf denen es blüht und grünt – anstelle „nackter“ Kies- und Blechdächer. Gestaltete Gründächer mit Baumstämmen, Nistkästen, Wasser- und Kiesflächen in verschiedenen Körnungen etc. bieten nicht nur einen attraktiven Anblick aus der Vogelperspektive sondern auch höchst interessante Argumente unter bauphysikalischen und ökologischen Aspekten.

Grüne Klimaanlage

Gründächer isolieren gegen Kälte, Hitze und Lärm. Die wärmedämmenden Eigenschaften der grünen Dachhaut helfen, in der kalten Jahreszeit Heizkosten einzusparen. Im Sommer dagegen hält das Gründach schön kühl.
Während auf herkömmlichen Dachflächen an normalen Sommertagen das Thermometer des öfteren auf bis zu 80° C klettert, bringt es ein Gründach auf angenehme kühle 15°C und damit erträgliche Temperaturen im Hausinneren.

Doppelte Lebensdauer

Gründächer schützen auch die Dachhaut selbst und verdoppeln so indirekt die Lebensdauer und Dichtheit. Durch das Gründach kommen keine UV-Strahlen, große Temperaturunterschiede werden vermieden und mechanische Beschädigungen sind höchst selten.

Wasserrückhaltung am Dach

50 bis 70 Prozent des Regenwassers werden bereits in einem nur acht Zentimeter hohen Schichtaufbau eines Ökodaches gespeichert. Das Wasser verdunstet durch die Pflanzen, gelangt als Wasserdampf in die Atmosphäre und damit in den Wasserkreislauf zurück. Besondere Leistungen vollbringt ein Gründach bei Wolkenbrüchen und starken Regenfällen: Das Wasser wird durch die Vegetation zurückgehalten und fließt zeitlich verzögert vom Gründach ab, d. h. Hochwasserspitzen werden entschärft.

Lebensraum für Pflanzen und Tiere

Extensivbegrünungen bieten sich – weil meist kaum begangen – als ideale Rückzugsgebiete („Inselbiotope“) für Vogelarten wie Lerche oder Wiedehopf an. Je nach Substrataufbauhöhe finden sich von flugfähigen Blütenbesuchern (Wildbienen, Schwebfliegen, Spinnen, Schmetterlingen) über Käfer, Ameisen, Zikaden, Larven von Marienkäfern bis hin zu Webspinnen, Vögeln, Gehäuseschnecken, Regenwürmer, Tausendfüßer u.v.m.

à-pro-pos „Rückgewinnung“ verbauter Fläche

Österreich verliert pro Tag 67.000 m2. Nicht, dass die Republik schrumpfen würde. Diese unglaublichen Flächen werden Tag für Tag von Freiflächen in verbautes Gebiet umgewandelt. Mit einem Gründach geben wir der Natur einen Teil der Flächen wieder zurück (Zahlen lt. Raumplanungssymposium TU Wien; Studie über Zuwachs an Häusern und Wohnungen im Zeitraum zwischen 1971 und 1991).

Tipps für kleine Flächen

Kleindächer ab 10 m2 ... „Car-Port-Package": alle „Zutaten" wie Schutzvlies, Substrat, Sedumpflanzen sind bei Fachunternehmen erhältlich, Richtpreis ab 40,- €/m2 (Abhängig von Region); Für größere Dächer empfiehlt sich für die Planung und Ausführung erfahrene Fachfirmen zu beauftragen.

Pflanzen fürs Gründach

Für die extremen Witterungsbedingungen am Dach werden spezielle Pflanzen ausgewählt. Geeignet sind verschiedene Sedumarten sowie Trockenkräuter und Trockengräser (Thymian, Lavendel, Steinnelken, Habichtskraut).

Die besonders trockenheitsverträglichen Pflanzen kommen bereits mit einem dünnschichtigen (ca. 10 cm) Aufbau aus. Sie benötigen nach der Anwuchsphase keine zusätzliche Bewässerung und speichern das Wasser zum Teil in den Blättern (Sukkulenten). Später ist eine einmalige Wartung bzw. Kontrolle der Entwässerungseinrichtungen und Anschlüsse, eine Säuberung des Kiesrandstreifens, das Entfernen durch Samenflug entstehender Bäume (Birken, Götterbäume, Pappeln) und eine fachmännische Düngung durch den Gründach-Spezialisten ausreichend.